"Energiewende, mein Haus macht mit"

Im April 2017 startete das Interkommunale Netzwerk Energie (IkoNE) als Zusammenschluss des Landkreises Birkenfeld, der Verbandsgemeinden Baumholder, Birkenfeld, Herrstein und Rhaunen, der Stadt Idar-Oberstein sowie der Energieagentur die  Kampagne „Energiewende, mein Haus macht mit“.

Ziel der Kampagne ist es, Bürgerinnen und Bürgern innerhalb der nächsten 2 Jahre Einspar- sowie Fördermöglichkeiten rund um das Thema Haus und Heizwärme aufzuzeigen.

Die Kampagne gliedert sich in 4 Module:

  • "Die Alte muss raus"
    -Heizungspumpentausch-
    Laufzeit: 01.04.2017 - 30.09.2017

  • "Gleiches Recht für alle"
    -Hydraulischer Abgleich"-
    Laufzeit: 01.10.2017 - 31.03.2018

  • "Oben ohne?"
    -Dämmung der oberen Geschossdecke"-
    Laufzeit: 01.04.2018 - 30.09.2018

  • "Der Alte muss Raus"
    -Heizungskesseltausch-
    Laufzeit: 01.10.2018 - 31.03.2019

Innerhalb der einzelnen Modullaufzeiten bietet die IkoNE jeweils ein Gewinnspiel mit attraktiven Preisen an.
Die genanntem Fördermöglichkeiten gibt es auch außerhalb der Modullaufzeiten, so lange die Bundes- und Landesförderungsprogramme laufen. Reinschauen lohnt sich. Weitere Informationen entnehmen Sie bitte den Flyern und www.mein-haus-macht-mit.de

Energiewende Modul 4: Heizungskesseltausch

 

Warum Tauschen?

Ihr Heizungskessel wird regelmäßig gereinigt, die Messwerte auf dem Protokoll des Schornsteinfegers beanstanden die Messwerte nicht, trotzdem schneidet die Heizung auf dem Effizienzlabel schlecht ab. Denn um es im Haus oder Wohnung behaglich warm zu haben, benötigt Ihre alte Zentralheizung verschleiß- und konstruktionsbedingt mehr Brennstoff als ein effizientes Neugerät.

Aus diesem Grund hat der Gesetzgeber mit der Energieeinsparverordnung (EnEV) in der Fassung von 2014 eine Austauschpflicht geschaffen: Seit dem 01.05.2014 müssen Öl- und Gasheizkessel, die älter als 30 Jahre sind, ausgetauscht werden. Die Pflicht betrifft sog. Konstanttemperaturkessel bzw. Standardheizkessel, ausgenommen sind Brennwert- oder Niedertemperaturkessel mit hohem Wirkungsgrad. Eigentümer von Ein- und Zweifamilienhäusern, die ihr Haus selbst nutzen und dieses bereits vor dem 1. Februar 2002 bewohnt haben, sind von der Regelung ausgenommen (§10 EnEV).


Welche Heizungsanlage soll ich stattdessen verwenden? - Lassen Sie sich zuerst beraten.

Damit das Heizsystem zu ihren Anforderungen und denen des Gebäudes passt, fragen Sie vorab einen unabhängigen Energieberater der Verbraucherzentrale. Der Berater beachtet den Dämmstandard des Hauses und untersucht, ob Warmwasser für Küche u. Bad über die Zentralheizung erwärmt wird, ob ein Anschluss an ein Fernwärmenetz möglich ist, ob Lagerplatz z.B. für Holzpellets zur Verfügung steht und ob Dachflächen für solarthermische Warmwasserbereitung oder Heizungsunterstützung genutzt werden können. Er bewertet, wie hoch die Heizungswassertemperatur sein muss und ob ein Einsatz von Wärmepumpen möglich ist (z. B. bei Fußbodenheizung).

Das Beratungsgespräch stellt sicher, dass die Heizungskomponenten genau auf den Wärme- u. Warmwasserbedarf der Bewohner und des Hauses abgestimmt sind. Zur Auswahl stehen folgende Heizungssysteme:

  • Holzvergaserkessel für Scheitholz
  • Holzpellet-Kessel, automatisch beschickt
  • Heizkessel im beheizten Wohnraum für Scheitholz od. Pellets, mit od. ohne Anbindung an das Wärmeverteilsystem
  • Solaranlagen zur Heizungsunterstützung und/oder Warmwasserbereitung Blockheizkraftwerke für Pflanzenöl, Biogas, Heizöl oder Erdgas
  • Brennwertgeräte für Erdgas, Flüssiggas oder Heizöl
  • E-Wärmepumpen zur Nutzung der Wärme aus dem Erdreich od. Grundwasser od. ggf. aus der Außenluft
  • Nah- und Fernwärme


Elektro-Nachtspeicherheizungen und andere Stromdirektheizungen dagegen arbeiten ineffizient und teuer. Diese sollten so schnell wie möglich ersetzt werden.


Was denn noch alles? - Modernisierung des gesamten Heizungssystems.

Neben dem Heizkessel können auch die anderen Komponenten des vorhandenen Heizungssystems
optimiert werden. Diese Maßnahmen können in der Summe bis zu 20 Prozent Energie einsparen:

  • Hydraulischer Abgleich, damit alle Heizköper gleichmäßig durchströmt werden
  • Tausch der alten Umwälzpumpe durch eine Hocheffizienzpumpe
  • Wärmedämmung der Rohre und Armaturen im nicht beheizten Teil des Gebäudes
  • Raumweise Zeitsteuerung durch Einsatz programmierbarer Thermostatventile

Weitere Informationen zur Kampagne und zum Heizungskesselaustausch finden sie unter www.mein-haus-macht-mit.de

Energiewende Modul 3: Dämmung oberste Geschossdecke

 

Warum Ihr Haus nicht „oben ohne“sein sollte


Wer das Dachgeschoss wärmedämmt spart dreifach, denn die Wärmedämmung des Dachgeschosses ist die Energiesparmaßnahme mit dem besten Kosten-/Nutzenverhältnis:

Durch den geringeren Wärmeenergieverlust über die oberste Geschossdecke oder das Dach kann viel Heizenergie eingespart werden. Das wiederum kann Heizenergiekosten stark reduzieren. In der heißen Jahreszeit bietet die zusätzliche Dämmung auch einen zusätzlichen Schutz vor Überhitzung des Hauses.

Vor einer Wärmedämmung ist einiges zu entscheiden

    Wird die oberste Geschossdecke oder besser die Dachschrägen gedämmt?
    Welche Ausführungsvariante ist die Beste?
    Welche Materialien kommen für Sie in Frage?

Einer gründliche Bestandsaufnahme und sorgfältigen Planungen gehen einer  fachgerechten Ausführung voraus und sind wesentliche Faktoren für das positive Gelingen Ihrer Maßnahme.


Dämmung der obersten Geschossdecke

Für die Dämmung der obersten Geschossdecke gibt es mehrere  Möglichkeiten. Am häufigsten wird die Dämmung auf der Decke in Form von Dämmplatten, -matten oder losen Dämmstoffen verlegt. Bei Holzbalkendecken können auch die Bereiche zwischen den Deckenbalken (Gefach) mit Dämmstoff gefüllt werden, z.B. mit einer Einblasdämmung aus  Cellulose oder Mineralfaserflocken.

Welche Ausführungsvariante in Ihrem Fall in Frage kommt, hängt hauptsächlich von der vorhandenen Deckenkonstruktion und der Nutzung des Dachbodens ab.

Wollen Sie den Dachboden als Abstellraum nutzen, muss die Dämmung begehbar sein. Soll nur der Schornsteinfeger zum Dachausstieg gelangen, genügt es, einen Teilbereich begehbar auszuführen. Die Begehbarkeit kann durch eine Auflage mit druckfesten Bodenbelagsplatten (z.B.  OSB-  oder  Spanplatten) hergestellt werden. Bei weichen Dämmstoffen ist eine tragende Unterkonstruktion notwendig.

Alternativ gibt es im Handel auch Dämmplatten mit einer trittfesten Deckbeschichtung oder Verbund-Elementen d.h. Dämmplatten mit einer bereits fest verbundenen Deckplatte aus Holzwerkstoffen oder Gipsfasern.

Zudem besteht die Möglichkeit, wenn der Dachraum ausgebaut werden soll, die Dachschrägen zu dämmen, z.B. mittels Zwischensparrendämmung.
Dampfbremse: Ja oder Nein?

Auf Betondecken braucht man in der Regel keine zusätzliche Luftdichtheitsebene (Dampfbremse) gegen Wasserdampfdiffusion einzubringen. In der Fläche ist Beton luftdicht. Fugen und Durchdringungen z.B. an Kaminen, müssen aber vor der Dämmung der Decke geschlossen werden.

Bei Holzbalkendecken kann oft eine Dampfbremse erforderlich sein, vor allem wenn eine dampfdichtere, begehbare Schicht auf der Dämmung verlegt werden soll (z.B. OSB-Platten) oder wenn die Verkleidung unterhalb der Decke nicht ausreichend luftdicht ist (z.B. Verkleidung mit Profilholz).


Energieberatung


Es wird dringend empfohlen vor Maßnahmenbeginn einen fachkundigen Energieberater zu Rate zu ziehen, um im Vornhinein mögliche Bauschäden zu vermeiden.

 

Lückenlos Dämmen


Dämmplatten sollten dicht an dicht verlegt werden, damit keine Lücken in der Dämmschicht entstehen. Am besten werden die Platten in zwei Lagen mit versetzten Fugen verlegt.

Bei festen Dämmplatten ist es schwieriger den Dämmstoff dicht an die Holzkonstruktion des Dachstuhls anzuschließen. Sind viele Stützen, Bohlen oder Schwellen vorhanden, ist es einfacher mit weichen Matten zu arbeiten.


Energiestandart

Wird die oberste Geschossdecke gedämmt oder die Dacheindeckung erneuert, gibt die Energieeinsparverordnung als Mindeststandard vor, dass der U-Wert der gesamten Dach- bzw. Deckenkonstruktion nach der Sanierung höchstens 0,24 W/m2*K betragen darf. Ist die Dämmschichtdicke aus technischen Gründen begrenzt, gelten die Anforderungen als erfüllt, wenn der gesamte Hohlraum mit Dämmstoff der Wärmeleitfähigkeitsstufe (WLS) 035 ausgefüllt wird (WLS 045 bei Einblasdämmung oder Dämmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen).

Geeignete Dämmstoffe für die Dämmung der obersten Geschossdecke oder der Dachfläche gibt es mit Lambda-Werten* (= Bemessungswert der Wärmeleitfähigkeit) von 0,022 bis 0,050 W/m·K. Je kleiner dieser Wert ist, umso besser dämmt das Material.

Empfehlenswert ist es eine höhere Dämmstärke zu wählen, die über die gesetzlichen Vorgaben hinausgeht. Diese Maßnahme wird zusätzlich über die KfW gefördert. Der Mindeststandard liegt hierbei für die oberste Geschossdecke bei einem U-Wert von 0,14 W/m2*K. Die KfW fördert die Dämmung der obersten Geschossdecke oder der Dachschrägen durch zinsvergünstigte Kredite oder durch bis zu 30.000€ Zuschuss je Wohneinheit bzw. 10% der Investitionskosten.

Nähere Informationen hierzu sind unter www.kfw.de zu finden.

Ein Gewinnspiel für das dritte Modul „Oben ohne?“, bei dem Sie einen Baukostenzuschuss von 500€ gewinnen können, gibt es zusätzlich.

Machen Sie mit, es lohnt sich!

Weitere Informationen zur Kampagne und zur Dämmung der obesten Geschossdecke unter www.mein-haus-macht-mit.de

Energiewende Modul 2: Hydraulischer Abgleich

 

Was ist ein hydraulischer Abgleich?


Wird es in manchen Räumen nie richtig warm, in anderen zu heiß? Rauscht es in den Heizkörpern und Rohren? Sind Ihre Heizkosten zu hoch? In vielen Heizungsanlagen gelangt in einige Heizkörper zu wenig, in andere zu viel heißes Wasser.

Die Folge: Die weniger gut versorgten Heizkörper brauchen lange bis sie warm werden. Die anderen Heizkörper werden zu warm oder sogar heiß. Das Heizungswasser wird zu heiß und führt zu unnötigen Energieverlusten und schlechtem Wärmekomfort.
Abhilfe kann ein „hydraulischer Abgleich” schaffen. Der sorgt dafür, dass einzelne Heizflächen richtig voreingestellt werden und so die tatsächlich benötigte Menge Wasser in die Heizkörper bzw. die Fußboden- oder Wandheizung der Wohnräume fließt.


Je nach Ausgangssituation können dafür neue voreinstellbare Thermostatventile notwendig sein. Es ist gegebenenfalls sinnvoll auch Ihre Heizungspumpe zu tauschen, falls diese veraltet sein sollte.
Fragen können Sie vorab mit dem Energieberater der Verbraucherzentrale klären. In Birkenfeld und Idar-Oberstein finden regelmäßig Energieberatungen nach kostenfreier telefonischer Voranmeldung unter der Nummer 0800 /607 56 00 statt.

Vorteile des hydraulischen Abgleichs:

    Die Wärme wird im ganzen Haus gleichmäßig verteilt,
    der Heizkessel läuft auf einer niedrigeren Stufe, Energie wird gespart,
    die Heizungsumwälzpumpe braucht weniger Energie,
    störende Geräusche verschwinden.

Der Austausch einer Umwälzpumpe und der hydraulische Abgleich lohnen sich schon nach fünf Jahren.
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie fördert nach vorheriger Registrierung über das BAFA derzeit den hydraulischen Abgleich mit 30% der entsprechenden Netto-Rechnungs-Kosten.
Bitte beachten Sie, dass Sie sich vor der Beauftragung beim bafa registrieren!

Energiewende, Modul1: Heizungspumpentausch

 

Warum meine Heizungspumpe tauschen?

In Modul 1 wird die alte Heizungspumpe gegen eine moderne Umwälzpumpe bzw. eine sogenannte Hocheffizienzpumpe getauscht. In Häusern mit zentraler Heizungsanlage fördert die Heizungspumpe das erwärmte Wasser zu den Heizkörpern und wieder zurück zum Heizkessel. Eine veraltete Heizungspumpe gegen eine neue Hocheffizienzpumpe zu tauschen, ist einfach und lohnenswert, denn hierbei können hohe Einsparmöglichkeiten von bis zu 150 Euro im Jahr genutzt und die Umwelt geschont werden.

Darüber hinaus fördert das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie über das BAFA derzeit den Austausch von Heizungspumpen mit 30 % der entstehenden Netto-Rechnungs-Kosten - das sind rund 25 % der Gesamtkosten. Wie die BAFA-Förderung funktioniert erfahren Sie hier.

Außerdem können Sie bei dem Gewinnspiel teilnehmen und so mit etwas Glück die Erstattung der Kosten oder eine Gebäude-Check-Beratung bei der Verbraucherzentrale gewinnen.

Habe ich eine alte Heizungspumpe, die getauscht werden sollte?

Es gibt verschiedene Bauformen von Heizungspumpen, die sich stark in Betriebsweise und Stromverbrauch unterscheiden. Diese zu erkennen und voneinander zu unterscheiden, ist auch für den Laien möglich. Mithilfe der ausführlichen Anleitung, können Sie so ganz einfach Ihre Heizungspumpe unter die Lupe nehmen.
weitere Informationen zur Kampagne unter www.mein-haus-macht-mit.de